Nachhaltig und sozial verantwortlich

Südafrikas Weinwirtschaft feiert fünf Jahre Nachhaltigkeit

Bereits vor fünf Jahren präsentierten die Südafrikaner auf der ProWein den ersten Nachhaltigkeitsstandard für Wein. Mit dem Best-Pratice-Code für eine nachhaltigere Weinerzeugung ist eine vollständige Rückverfolgbarkeit der Weine von der Rebe bis zur Flasche gewährleistet. Gekrönt wird das freiwillige Engagement der Erzeuger durch ein Siegel „Integrity & Sustainability“ am Flaschenhals der südafrikanischen Erzeugerabfüllungen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Über 80 Prozent der Weinerzeuger betreiben nachhaltigen Weinbau und lassen sich vom Wine & Spirit Board kontrollieren. Ein Schwerpunktthema der Südafrikaner ist der Schutz der Biodiversität. Rund 137.000 Hektar Land haben die Weinfarmer im Lauf der letzten Jahre unter Naturschutz gestellt und sich verpflichtet, die heimische Flora und Fauna zu renaturieren und zu schützen. Des Weiteren haben die Südafrikaner ihr Nachhaltigkeitsengagement im sozialen Bereich ausgeweitet und 2012 einen Kodex für eine Verbesserung der sozialen Rahmenbedingungen eingeführt.

nachhaltigSüdafrikas Winzer praktizieren soziale Verantwortung

Seit 2002 forciert Südafrikas Weinsektor die Verbesserung der sozialen und fairen Rahmenbedingungen auf den Weinfarmen. Um die Interessen der unterschiedlichen Anspruchsgruppen gleichberechtigt zu vertreten und eine Struktur zu schaffen, die nachweisbare Maßnahmen umsetzt, wurde 2002 die „Wine Industry Ethical Trade Association“ (WIETA) gegründet. In einem intensiven Multi-Stakeholder-Dialog wurde der sogenannte WIETA-Code „Certified fair labour practice“ entwickelt. Die Einhaltung dieses Kodex soll zu einer fairen und sozialverantwortlichen Kooperation zwischen Arbeitern und Farmern beitragen. Bereiche, die der neue Sozialstandard abdeckt, sind: Verbot von Kinderarbeit, das Recht, einer Gewerkschaft beizutreten, freie Arbeitsplatzwahl, Arbeitsschutz und betriebliches Gesundheitswesen, Mindestlohn, Verbot von Diskriminierung u. v. m.

Das Interesse der Farmer, sich zu beteiligen, ist groß, denn WIETA zertifiziert nicht nur, das dreistufige Audit umfasst auch Schulungen und Beratung vor Ort, um die Strukturen und Arbeitsabläufe in den Betrieben nachweislich zu verbessern. Das Engagement der Weinfarmen ist groß: Inzwischen haben rund 414 Farmen und Kellereien das Audit erfolgreich durchlaufen. Linda Lipparoni, CEO WIETA, forciert die Ausbildung von Auditoren, da auch die großen Kellereien wie Distell, KWV und DGB sich an dem Programm beteiligen und ihre Traubenlieferanten von WIETA zertifizieren lassen.

Auch wenn sich der Aufwand für die diversen internationalen Standards häuft und der Ruf nach Vereinheitlichung immer lauter wird, sind die Verantwortlichen aufseiten der Betriebe von WIETA überzeugt. Einer der Paradewinzer, der seine Weine erfolgreich zertifizieren ließ, ist Adrian Vanderspuy, Besitzer von Oldenburg Vineyards. Er betont die Verantwortung, die man als Südafrikaner zu übernehmen habe: „ We have a responsibility to our staff, their community and the local community in general of which we are a part. The past in South Africa has left many disadvantaged and whilst we realize that it is impossible to go back in time and correct things, it is entirely possible to take actions each and every day to help provide programs that allow advancement and what is locally known as ‚upliftment‘.  Education and training are very important in this process.“

Weitere Betriebe, die WIETA-Weine auf der ProWein in Halle 9 präsentieren und gern Auskunft geben, sind: Alvis Drift, Anthonij Rupert, Cape Dreams, Cloof, De Wetshof, Diemersdal, Excelsior, Graham Beck, Kanu, Ken Forrester, La Motte, Lanzerac, L’Ormarins, Lutzville, Lyngrove, Oak Valley, Oldenburg Vineyards, Opstal, Orange River Cellars, Rainbows End Vinyards, Saronsberg Cellar, Zorgvliet Wines, Simonsig Wine Estate und The Grape Grinder.

Weitere Informationen: www.wieta.org.za

WIETA-Weine_ http://www.winelink.co.za/winelist.aspx?SHOWID=61

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