Klima

Cape Point – Aufeinandertreffen von zwei Ozeanen

In Südafrika wachsen die Reben zwischen dem 27. und dem 34. Breitengrad. Im Vergleich dazu: In der nördlichen Hemisphäre wird Weinbau etwa zwischen dem 30. und 50. Breitengrad kultiviert. Ausschlaggebend für das Gedeihen von Reben sind ausreichende Wasservorräte sowie moderate Temperaturen.

Im Western Cape, dem Hauptanbaugebiet für Qualitätsweine, herrscht ein mediterranes Klima vor. Der meiste Regen fällt dort im Zeitraum von Mai bis August – im südafrikanischen Winter. Während der restlichen Monate profitieren die Reben von den kühlen und feuchten Brisen, die vom Meer ins Landesinnere wehen. Vor allem der kalte Benguelastrom, der von der Antarktis her entlang der Westküste in Richtung Norden zieht, bedingt das mediterrane Klima in Südafrikas Weinregionen.

Je nördlicher man von Kapstadt aus reist, umso wärmer wird es. Gleichzeitig sinken die Niederschlagsmengen. Einen wichtigen Einfluss auf das Klima haben vor allem die massiven Bergketten, die hier die Topografie des Landes prägen. In den küstennahen Bergregionen treffen die kalten Meeresbrisen auf die warmen Landmassen und es kommt zu einer eindrucksvollen Wolkenbildung. Wie ein dicker weißer Wasserfall scheinen die Wolken hier über die Berghänge zu fallen. Beim Tafelberg sprechen die Capetownians auch gern vom „Tischtuch“, das der Himmel über dem Bergmassiv ausbreitet. In den höheren Lagen kommt es zu einer deutlichen Abkühlung, zu Nebelbildung und vielfach auch zu Niederschlägen.

Dank der Nähe zum Meer ist Südafrikas Klima rund um Kapstadt kühler, als man denkt. Die frischen Meeresbrisen wirken wie eine natürliche Klimaanlage. Für den Urlauber bedeutet das, ganzjährig eine warme Fließjacke einzupacken. Auch wer in der Kapregion schon einmal baden wollte, weiß, wie kühl sowohl der Indische als auch der Atlantische Ozean rund um die Südspitze Afrikas sind.

Südafrikas Qualitätsweinbau profitiert erheblich vom klimatischen Einfluss des Indischen und Atlantischen Ozeans. Die Hitze Afrikas wird ausgeglichen. Der Wechsel der Temperaturen bedingt für die Reben u. a. eine Verlängerung der Reifeperiode, ohne dass dabei der Zuckergehalt in die Höhe schießt. Das Resultat sind aromatische Trauben mit moderatem Mostgewicht und respektablem Säuregehalt – was quasi Garant für eine elegante Weinstilistik ist. Die größten Herausforderungen durch den Wind sind Bodenerosion und das Abbrechen der Triebe. Bei starken Böen kann es zu großen Ertragseinbußen kommen.

Aufgrund der großen Unterschiedlichkeit der Hanglagen, Höhenmeter, Sonnenausrichtung und Nähe zum Meer sind Südafrikas Weinbergslagen sehr verschiedenartig. Doch wie jeder gute Winzer weltweit wissen auch Südafrikas Farmer um die Eigenschaften ihrer Weinbergslagen – und wie gute Eltern wissen auch sie, ihr jeweiliges „Talent” entsprechend einzuschätzen und die Meso- und Mikroklimata optimal zu nutzen.

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Auszug aus der Broschüre “Aspect South Africa”Climate (PDF, 364 KB): Download