Geologie & Böden

Südafrikas Winzer verweisen gern darauf, dass ihre Reben auf den ältesten Böden der Welt wachsen. Es ist schließlich auch aufschlussreich zu wissen, dass die Bergketten im Western Cape vor rund 250 Millionen Jahren entstanden oder die typischen großen runden Granitfelsen in Simons Town oder am Clifton Beach gar 630 Millionen Jahre alt sind. Die gesamte landschaftliche Schönheit dieses Landstrichs ist das Ergebnis massiver kontinentaler Verschiebungen und der Einwirkung von Hitze und Druck und die Folge von Verwerfungen, Niederschlägen, Verwitterung und Erosionen.

Der Ursprung der südafrikanischen Weinbergsböden lässt sich auf über 500–800 Millionen Jahre zurückdatieren. Vor dieser Zeit umgab die Erde noch keine stabile Atmosphäre. Es gab auch keine Ozeane oder feste Landmassen wie heute. Erst nach langen Phasen der Vereisung und mit dem Auseinanderbrechen des Superkontinents Rodinia gab es so etwas wie ein Klima. Es kam zu ersten Niederschlägen und chemische Verwitterungsprozesse wurden in Gang gesetzt. Verwitterungsprodukte gelangten ins (Ur-)Meer, Kohlenstoff wurde in den Sedimenten gebunden; Sandgestein und Tonschiefer entstanden. Hitze und Druck wandelten diese Schichten in Quarzit.

Mit dem Auseinanderbersten des südlichen Großkontinents, Gondwanaland, vor rund 150 Millionen Jahren formierten sich durch ein mehrfaches Zerbrechen Afrika und Madagaskar, dann die Antarktis, Australien und später auch Indien und Neuguinea. Die Kapregion war in diesen Zeiten mehrfach überschwemmt, hob und senkte sich. Sandschichten lagerten sich ab, die später wieder erodierten. Gebirge türmten sich auf. Durch Risse in der Erdkruste trat Magma aus, erstarrte und wurde so zu Granit. Der Chapmans Peak Drive, eine der schönsten Küstenstraßen Südafrikas, ist der Inbegriff des Granits aus der damaligen Zeit.

Man spricht dabei auch von Plutonen (Tiefengestein). Das sind Berge, die entstehen, wenn flüssiges Magma in höhere Erdschichten eindringt, langsam abkühlt und sich ihre typische Form durch Erosion herausbildet. Das prägnanteste Beispiel ist der Paarl Mountain, den man aufgrund seiner runden blanken Kuppel schon beim Anflug auf Kapstadt aus dem Flugzeug gut erkennen kann und der, wenn die Sonne nach einem Regen wieder am Himmel erscheint, wie eine Perle (Afrikaans: Paarl) leuchtet und diesem Phänomen seinen Namen verdankt.

Weitere prägnante Beispiele und Zeitzeugen der Entstehung der uralten Verwitterungsböden sind der Simonsberg und die Bottelary Hills bei Stellenobsch, die Malmesbury und Darling Hills bei Swartland, die Cederberge und natürlich das Tafelbergmassiv.

Haben Sie sich vielleicht auch schon mal gefragt, warum der Tafelberg so glatt ist? Er hat sich während einer Überschwemmungsphase auf dem Meeresspiegel gebildet. Sein Sockel besteht aus Granit und Quarz. Darauf haben sich Sandschichten abgelagert. Der Gipfel ist unter dem Druck des Wassers und Eises flach gepresst geblieben. Als sich die gesamte Landmasse vor rund 180 Millionen Jahren um rund 1.000 Meter einfach nur angehoben hat, ist der Gipfel des Bergs so flach wie eine Tafel geblieben.

Die Geschichte um die ältesten Weinbergsböden der Welt wäre jedoch nicht rund, würde man dabei nicht Bruce Jack zitieren. Er ist ein phänomenaler Weinmacher, der aufs Innigste mit dem Terroir Afrika verbunden ist.

Bruce Jack, Weinmacher Flagstone

The age and the weathered character of our soil are essentiell to the eventual wine, whose journey started at the hair root tips of the vine. We call it the energy of memory.”
Wer diesen Spirit in seinen Weinen einfangen kann, so Bruce weiter, erreicht das, was er mit „authentischer Brillanz“ beschreibt.

Bruce Jack, Weinmacher Flagstone

Nützliche Links

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Broschüre “Aspects South Africa”: Ebook

Geologie Südafrika (PDF, 553 KB): Download

Geologie & Wein in Südafrika (PDF, 614 KB): Download