Die Themen

Die Conservation Champions (WWF)

Biodiversität …

… ist ein globales Gut von enormem Wert für die heutige und vor allem für zukünftige Generationen.

Mit zahlreichen Programmen und Initiativen weltweit soll durch nachhaltige Nutzung der Erhalt der biologischen Vielfalt gefördert werden.

Biologische Vielfalt

Schützen und Schätzen

Die Menschheit ist aufgerufen, die biologische Vielfalt auf der Erde zu schützen. Der Begriff “Biodiversität” umfasst sowohl die Vielfalt der Lebensräume (Ökosysteme), die Vielfalt der Arten (Pflanzen, Tiere, Pilze und Mikroorganismen etc.) als auch die genetische Vielfalt. Sie ist ein Ergebnis einer Millionenjahre alter Evolution und wird erheblich beeinträchtigt durch die anhaltenden Einflüsse der Menschen und der Nutzung der Landschaftsräume. Die natürliche biologische Vielfalt erfüllt zahlreiche Funktionen, von der fast alle Bereiche unserer Gesellschaft profitieren. Der ökonomische Wert der biologischen Dienstleistung wird auf mehrere Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Diese umfassen, z. B. die Aufrechterhaltung der Nährstoffkreisläufe, bildet die Grundlage für Erzeugung von Nahrungsmitteln, Energieträgern, Kleidung uvm. Doch der natürliche Artenreichtum auf dem Planeten wird durch das Eingreifen des Menschen erheblich reduziert und gefährdet.

Um dem entgegenzuwirken, wurde bereits 1992 von den Vereinten Nationen ein Abkommen zur Biologischen Vielfalt geschlossen (Convention on Biodiversity). Dieses völkerrechtlich bindende Abkommen wurde von 196 Staaten ratifiziert.

über 10.0000 Pflanzenarten …

… sind im Western Cape beheimatet. Viele davon sind weltweit einzigartig!

Königreich der Pflanzen

Einzigartig und vielfältig

Südafrikas Weine gedeihen in einem der artenreichsten Naturparadiese der Welt, dem Cape Floral Kingdom – einem Naturschutzgebiet, das seit 2004 zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört.

Das Cape Floral Kingdom ist eines von weltweit sechs Florenreichen und zählt zu den 35 internationalen Biodiversitätshotspots. So bezeichnet man Regionen, in denen eine große Zahl an einzigartigen Pflanzen- und Tierarten vorkommt, die in besonderem Maß vom Aussterben bedroht sind. Flächenmäßig ist das Cape Floral Kingdom zwar das kleinste, dafür aber mit 10.000 unterschiedlichen Pflanzenarten das mannigfaltigste Florenreich der Welt.

Insgesamt erstreckt sich das Cape Floral Kingdom über eine Million Hektar entlang der West- und Ostküste der Südspitze des afrikanischen Kontinents. Demnach gedeihen auf 0,5 Prozent der Gesamtfläche Afrikas rund 20 Prozent der gesamten Flora des Landes. Das Western Cape und das Ostkap umfassen mit 553.000 Hektar rund die Hälfte des Naturparadieses.

Die außergewöhnlich artenreiche Vielfalt des Cape Floral Kingdoms bedingt sich aus den sehr unterschiedlichen klimatischen, geologischen und topografischen Bedingungen auf engstem Raum. Wer das Western Cape bereist hat, weiß, wie abwechslungsreich hier die Landschaften sind. Zudem gedeihen dort die Pflanzen auf den ältesten Böden der Welt, und es gibt heute noch Arten, die bereits seit über 60 Millionen Jahren auf der Erde angesiedelt sind.

Seit 2004 …

Südafrikas Winzer kooperieren mit Naturschützern.

Intakte Ökosysteme

Natürliche Vielfalt pflegen

Die Weinfarmen im Western Cape sind eingebettet in eine mannigfaltige Flora und Fauna. Die Unterschiedlichkeit der Natur bietet die besten Voraussetzungen,  dass Rebsorten in den Kapregionen völlig eigenständige aromatischen Facetten entfalten.

Ohne den Erhalt der biologischen Vielfalt und vitale Böden ist Klimaschutz und Weinbau nicht denkbar. Verschlechtern sich die Lebensbedingungen für eine Pflanzen- oder Tierart, wird das gesamte Ökosystem in Mitleidenschaft gezogen, denn die Kreisläufe der Natur greifen ineinander und sind sensibel. Fehlt auch nur ein Glied in dieser Kette, gerät das gesamte System ins Wanken.

Für das biologische Gleichgewicht der Natur stellte der Aufschwung Südafrikas ab 1994 eine Bedrohung dar. Der Immobiliensektor boomte und ebenso das weltweite Interesse an Weinen vom Kap. Frühzeitig erkannten Naturschützer und Weinbau das wachsende Risiko eines unwiederbringlichen Verlustes der Pflanzenvielfalt im Western Cape. Mit dem erklärten Ziel, die natürliche Vielfalt des Cape Floral Kingdom dauerhaft zu schützen, wurde im Jahr 2004 die weltweit erste Biodiversity & Wine Initiative (BWI)“ gegründet.

Der dominante Vegetationstyp ist Fynbos, mit seinen zahlreichen Unterarten an Proteas, Erikas, Restionaceae (Süßgraßarten) sowie Zwiebel- und Knollenpflanzen (Geophyten) wie beispielsweise Lilien, Margeriten und Ringelblumen u. v. m. Hinzu kommt eine vitale Fauna mit unzähligen Insekten, Vögeln und anderen schützenswerten Tieren.

Naturschutz …

144.000 Hektar Land wurden freiwillig unter Naturschutz gestellt.

Biodiversity & Wine Initiative (BWI)

Im Einklang mit der Natur

Der freiwillige Zusammenschluss von Winzern und der Naturschützern förderte den Erfahrungsaustausch, auch mit Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Bereichen. Die Weingüter konnten sich unterschiedlich stark engagieren. Entweder als Mitglied, um auf ihrer Farm die Basisanforderungen zu erfüllen oder sich aufgrund eines außerordentlichen Engagements als „Conservation Champion“ qualifizieren. Der Schutz der heimischen Biodiversität erforderte, Flächen unter Naturschutz zu stellen und sie von eingeschleppten Pflanzenarten zu befreien. Bedrohte Ökosysteme wie Feuchtgebiete, Flussufer und Gelände mit besonders gefährdeten Vegetationstypen wie speziellen Fynbosarten und Sukkulenten wurden identifiziert und unter besonderen Schutz gestellt. Proaktiver Naturschutz ist mit einem erheblichen monetären Investment und Arbeitsaufwand verbunden. Trotz des schönen Anblicks mussten z. B. Eukalyptusbäume und Pinien aufgrund ihres hohen Wasserverbrauchs gerodet werden.

Innerhalb von zehn Jahren haben die Aktivisten auf freiwilliger Basis viel erreicht und weltweit eine Vorbildfunktion eingenommen. Rund 144.000 Hektar haben die Weinbauern unter Naturschutz gestellt und damit einen stattlichen ökologischen Ausgleich zu ihren 100.000 Hektar geschaffen, die sie für Weinbau nutzen. Um ihr Engagement gegenüber Verbrauchern kenntlich zu machen, wurde ein Logo entwickelt. Es zeigt den südafrikanischen Zuckervogel (Sugarbird) auf einer Proteablüte, der symbolischen Leitpflanze des Cape Floral Kingdoms.

Die neue Championsleaque

2015 wurde die Biodiverstity & Wine Initative vom World Wide Fund South Africa (WWF) übernommen. Die Umweltschutzorganisation kümmert sich heute vorwiegend um die 41 WWF Conservation Champions und betreut neue Interessenten, wie z. B. das Weingut Nederburg, die sich im Juni 2020 qualifizierten. Die Basisrichtlinien zum Schutz der Biodiversität, die von den 140 BWI-Mitgliedern erfüllten wurden, flossen als verbindliche Leitlinien in das Weinbauprogramm Integrated Production of Wine (IPW) ein. Diese werden seitdem bei der Bewirtschaftung von rund 90 Prozent der Weinbaufläche eingehalten. Kontrolliert wird die Einhaltung der IPW-Regeln vom Wine & Spirit Board, einer neutralen Instanz, die dem Landwirtschaftsministerium unterstellt ist.

Nachhaltige Weinerzeugung wird zum Standard

… 1998 wurde in Südafrika das Regelwerk „Integrated Production of Wine“ (IPW) als umweltfreundlicher „Best Practice Standard“ eingeführt.

… seit 2010 wird die Nachhaltigkeit der Weinerzeugung überprüft und zertifiziert

Kontrolliert, transparent und rückverfolgter von der Rebe bis zur Flasche!

Integrated Production of Wine

Umweltbewusst wirtschaften

Südafrikas Winzer haben sich bereits vor 20 Jahren auf ein umweltfreundliche Bewirtschaftung ihrer Weinberge verpflichtet. Mit dem Programm “Integrated Production of Wine” (IPW) wurde ein Regelwerk geschaffen, das im Laufe der Jahre den verändernden Umweltbedingungen angepasste wurde. Das bedeutet, der schonende Umgang mit natürlichen Ressourcen, wie z. B. Wasser und Energie wurde zum obersten Gebot.

Zum Schutz gegen den Klimawandel kam die Erfassung von Kohldioxidemissionen hinzu. in besonderer Stellenwert wird dem Schutz der Biodiversität beigemessen. Die Erfahrungswerte der Biodiversity & Wine Initiative wurden als verpflichtende Richtlinien für alle Anwender aufgenommen. Beispielsweise muss jede Farm einen Umweltplan vorlegen und vor der Neuanpflanzung eines Weinbergs nachweisen, dass dort keine endemischen Pflanzen oder Lebewesen beheimatet sind.

Das nachhaltige IPW-Regelwerk berücksichtigt zudem den Schutz der Gesundheit der Angestellten und die betriebliche Sicherheit. Die erweiterten Vorgaben zur Förderung einer ethischen Weinerzeugung und die Verbesserung der sozialen Rahmenbedingungen werden mittels eines eigenen Kodex, dem WIETA (Wine and Agricultural Industry Ethical Trade Association)-Standard, abgedeckt. Die komplexen Aufgabenstellungen im sozialen Sektor sind zu umfassend und erfordern eine gesonderte Kompetenz.

Transparenz – von der Rebe bis zur Flasche

Die Einhaltung der IPW-Kriterien wird vom Wine and Spirit Board kontrolliert und verwaltet. Diese Instanz ist neutral und dem Landwirtschaftsministerium unterstellt. Die Prüfer erhalten eine vollständige Dokumentation aller Arbeitsschritte im Weinbau und im Keller. Die Betriebe werden jährlich von zwei unabhängigen Kontrolleuren ohne vorherige Ankündigung vor Ort überprüft.

Ist ein Betrieb zertifiziert, darf er das Siegel für Nachhaltigkeit „Integrity & Sustainability“ auf den Flaschen anbringen. Durch eine individuelle Codierung ist für jeden Wein eine Rückverfolgung von der Rebe bis zur Flasche möglich. Die Echtheit der Angaben von Jahrgang, Herkunft, Rebsorte auf dem Etikett wird mit dieser Zertifizierung ebenfalls garantiert. Ebenso, dass der Wein selbst sensorisch und analytisch einwandfrei ist. Für die internationalen Handelsbeziehungen sind dieses Siegel und die damit verbundenen Maßnahmen sowie die Transparenz bzw. Rückverfolgbarkeit wichtige vertrauensbildende Maßnahmen. Zudem schaffen die Winzer mit ihrem nachhaltigen Handeln einen einzigartigen Mehrwert für Verbraucher, die verantwortungsbewusst konsumieren möchten.

Die Helden!

41 südafrikanische Weingüter sind “WWF-Conservation Champions

WWF-Champions erfüllen anspruchsvolle Natur- und Umweltschutzkritieren

Die Anforderungskriterien

WWF-Conservation-Champions

Herausragendes Leisten

Derzeit haben 41 südafrikanische Weingüter den Status WWF-Conservation Champions. Diese Auszeichnung würdigt ihr überdurchschnittlich hohes Engagement für den Schutz der Natur. Freiwillig investieren sie große Summen und Arbeitsaufwand in den Erhalt der heimischen Flora und Fauna. Bei ihren betrieblichen Entscheidungen nehmen sie hohe Rücksicht auf die Gesundheit ihrer Mitarbeiter und die Menschen in den nahegelegenen Regionen.

Für den Naturschutzsektor ist die kooperative Zusammenarbeit mit den Landbesitzern elementar, um den Umweltschutz großflächig voranzutreiben und den Arbeitsaufwand auf mehrere Schultern zu verteilen. Investitionen in Naturschutz lassen sich nicht mit einer unmittelbaren Rendite begründen, denn die „Dienstleistung der Natur“ taucht in keiner Betriebsbilanz auf. Dennoch ist die Wirkung spürbar und förderlich für den Erfolg der Betriebe. Nicht zuletzt spiegelt sich der Wert von vitalen Böden in gesunden Reben und damit in besseren Weinen wider. Die Auslobung als Conservation Champion basiert auf einem transparenten Umweltmanagementprogramm. Jährlich werden die Zielerreichung und die jeweiligen Maßnahmen von einem Expertenteam überprüft und neue Vorhaben festgelegt.

Mehr als 20.000 Hektar haben die WWF-Conservation-Champions insgesamt unter Naturschutz gestellt. Doch auf diesen Lorbeeren ruhen sie sich nicht aus. Sie sind weiterhin bestrebt, den Einfluss der Landwirtschaft auf das ökologische Gleichgewicht zu reduzieren. Die Gemeinschaft und die Unterstützung durch den WWF South Africa dient allen Beteiligten, sich beständig weiterzuentwickeln.

Der Wegweiser zum besonderen Genuss!

Übersicht – die 41 WWF-Champions

Nachhaltig konsumieren

Eine bewusste Wahl

Im Marketing bietet ausgedehnter Naturschutz den Betrieben zahlreiche Möglichkeiten, touristisch einzigartige Angebote zu schaffen. Mittels der eigens entwickelten App „WWF Champion Wine Farm Guide“ können Natur- und Weinliebhaber sich über die jeweiligen Angebote wie Wanderwege, Mountainbikerouten, die Möglichkeiten Vögel oder gar Leoparden zu beobachten und die kulinarischen Angebote etc. informieren.

Wer als Weinliebhaber das Engagement der Farmer unterstützen möchte, sollte beim Kauf bevorzugt zu Weinen greifen, die neben dem grünen Siegel auch mit dem WWF-Symbol und dem Zuckervogel auf der Protea ausgezeichnet sind. Das wachsende Interesse der Konsumenten daran, wie ein Wein erzeugt wurde, woher er stammt und welche Verantwortung Produzenten für die Menschen und die Natur übernehmen, beflügelt auch die ohnehin schon motivierten WWF-Champions, sich weiterhin für das Wohlergehen der Natur und der Menschheit zu engagieren.

Biodiversität: Südafrikas Natur erleben

Südafrikas Weinregionen – ein schützenswertes Naturparadies

Die Basis einer zukunftsorientierten Weinkultur!