Wer heute Weingüter in Südafrika besucht und Gelegenheit hat, einen Blick in die Keller zu werfen, wird dort oft – gerade auch junge – Farbige in Aktion sehen. Mehr und mehr junge farbige Südafrikaner verstehen, dass die Weinbranche ihnen beste Möglichkeiten für eine Karriere bietet. An der Universität Stellenbosch und dem auf Weinbau spezialisierten Elsenberg College können sie sich dafür eine grundsolide Basis aneignen. Weiterlesen

Dies ist das verrückteste Projekt unter den Black Wineries. Mitten im Township Philippi wurde eine alte Milchfabrik in der Sperrzone des Flughafens von Kapstadt in eine Kellerei verwandelt. Sie nimmt die Trauben auf, die schwarze Frauen in den Townships von Nyanga, Khayalitsha und Philippi anpflanzen. Das Projekt entstand, als die schwarze Architektin Kate Jambela, die in Philippi kleine Häuser erbaut, mit Graham Knox zusammentraf.

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„Ich bin die Geschäftsführerin von Thokozani”, stellt sich Denise Stubbs vor. Man spürt sofort, dass dies nicht irgendein Titel ist, sondern Denise mit Energie und Engagement hinter einem der erfolgreichsten Projekte des Broad Based Black Economic Empowerment (BBBEE) steht, der breit angelegten Teilhabe der farbigen Arbeiter an der Wirtschaft, in ihrem Fall im Weinsektor. „Ich selbst bin auf einer Farm als Arbeiterkind aufgewachsen“, erzählt sie. „Später erhielt ich eine Ausbildung im Modebereich, nicht im Weinbusiness. Meine Eltern wollten nicht, dass ich mit Wein zu tun bekam, denn sie meinten, der sei nicht gut für mich. Was mich faszinierte, war, dass Menschen Freude an Wein hatten, dass sie beim Weintrinken zusammensaßen, Verschiedenes probierten, ohne betrunken zu werden.“ Weiterlesen

„Ich stamme aus Johannesburg und ich kam 2006 nach Kapstadt, um nach meiner Scheidung hier ein neues Leben zu beginnen.“ Thembi Tobie erzählt freimütig von ihrem Leben. „Die Weinberge am Kap hatten mich schon immer fasziniert. Ich hatte mir ausgemalt, wenn ich alt wäre, hier meinen Lebensabend zu verbringen.“ Nun war es anders gekommen und Thembi dachte daran, ihren Lebensunterhalt vielleicht mit Weintourismus zu verdienen. Weiterlesen

Ses’fikile bedeutet, wir sind angekommen’: wir als Nation, wir als Frauen, wir als Menschen, wir als weinerzeugendes Land, aber auch gerade wir als Frauen im Verhältnis zu Männern.“ Nondumiso Pikashe berichtet vom Entstehen ihrer Weinmarke, hinter der zu Anfang eine Gruppe von Frauen stand: „Uns ging es um das Empowerment – um die ökonomische Teilhabe – der Frauen.  Aber es ging auch um die Beziehung zum Wein, der zwar hier in Südafrika, doch für uns und unsere Leute damals fremd war.“

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Sie sind tatsächlich sieben Schwestern, die im hübschen Fischerdorf Paternoster aufwuchsen. Ein Örtchen an der Westküste, das sich in den letzten Jahren zu einem immer beliebteren Touristenziel mausert. Als ihr Vater nach über 20 Jahren bei der lokalen Fischfirma seinen Job verlor, wurde die Familie auf die Straße gesetzt. Geblieben ist ihnen die Vorliebe für Meeresfrüchte und die Liebe zu ihrem Heimatort. Vivian Kleynhans, die dynamischste der sieben Ladies, orientierte sich damals Richtung Landwirtschaft. Weiterlesen

„Die beste Investition in eine friedvolle strahlende Zukunft Südafrikas ist die ausreichende Ernährung für die Kinder.“ Eine Realität, die für viele Kinder in der Kapregion bei weitem nicht selbstverständlich ist. Steffi und Thomas Curry, passionierte Südafrika Weinhändler aus dem Raum München, erkannten schon vor mehr als zehn Jahren die Notwendigkeit, dass es in Südafrika an der Basis verstärkt Unterstützung zu leisten gilt.

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Creating a blend – Südafrikas Weinwirtschaft im Wandel

1994 – der Aufbruch in eine neue politische Ära: Südafrikas friedvoller und langer Weg in eine moderne Demokratie. Die Welle der Transformation erfasste den südafrikanischen Weinsektor. Der gesellschaftliche Umbruch beinhaltete die Forderung nach Gleichberechtigung, sozialen Verbesserungen und nachhaltigem Wachstum für alle Menschen. Weiterlesen

Fröhliches Toben, Kindergeschrei, herrlicher Sing-Sang – in der kleinen Vorschule auf dem Weingut von Hamilton Russell herrscht im Klassenzimmer ein quirliges Treiben. Wer hier zur Schule gehen darf, der ist auf einem guten Weg in eine chancenreiche Zukunft. Geleitet wird die Schule von den vier Lehrerinnen Elzinda, Mendine, Ashlin, Emmie und der Köchin Zelda. Diese couragierten Ladies stammen aus der örtlichen Gemeinde. Ihre Aufgabe macht ihnen offensichtlich Spaß. Elzinda lacht: „Hier entstehen Freundschaften fürs Leben – sowohl unter den Kindern als auch unter uns Erwachsenen.“

1996 baute der renommierte Winzer Anthony Hamilton Russell dieses niedliche Gebäude als eine kleine Tagesstätte für die Kinder seiner Farmarbeiter. 2013 entschlossen sich die Lehrer diese reine Betreuungsstätte in ein „Early Childhood Development Centre“ weiterzuentwickeln. Die Kinder sollten hier nicht nur betreut werden, während ihre Eltern arbeiten, sondern auch ausgebildet werden. Elzinda: „Kleinkinder die frühzeitig gefördert werden, integrieren sich als Jugendliche und Erwachsene viel leichter in soziale Gemeinschaften.“ Die Jahre, so Elzinda weiter, die unsere Kinder hier verbringen, um Miteinander zu reden, lachen, malen, rechnen und zu spielen haben einen Einfluss, der weit in deren Zukunft hineinwirkt.“

Die Anzahl der Schüler stieg rasch von 20 auf 48. Es wurden vermehrt auch Kinder von anderen Gemeinden aufgenommen. Die Verantwortlichen sind sich einig, weitere Kinder aufzunehmen, wenn Interesse besteht. Und davon ist auszugehen –  deshalb wurde die Schule kürzlich um vier Klassenzimmer, drei Badezimmer, ein Büro und eine professionelle Wirtschaftsküche erweitert. Dank dieser Erweiterung bekommen die Kinder nun täglich auch ein frisch zubereitetes vitaminreiches Frühstück und Mittagessen. Zelda ist die Heldin der Kinder. Sie versorgt sie mit herzhaften Fleischportionen und mit frischem Gemüse. Das Ernährungsprogramm wird von der „Division of Human Nutrition“ der Stellenbosch Universität betreut. Zelda lacht: „Manchmal dauert es nur wenige Minuten, bis sie zurückkommen um sich Nachschlag zu holen. Es scheint ihnen also zu schmecken!“

Am späteren Nachmittag ist Computerstunde dran. Es herrscht Stille hinter den Leapfrog Computern. Die Kinder sind vollständig in die digitalen Welten eingetaucht. Alle Kinder bekommen hier frühzeitig eine fundierte Computerausbildung. Schulleiterin Elzinda ist es wichtig, dass alle ihre Kinder sicher mit dem Rechner umgehen können bis sie auf die weiterführende Schule kommen.

Den nächsten Traum, der auf der Hemel-en-Aarde Valley Pre-School verwirklicht werden soll, ist den Schulbetrieb noch umweltfreundlicher und auf Selbstversorgung auszurichten. Mit finanzieller Unterstützung aus der Gemeinde soll eine Stelle für einen Arbeitslosen geschaffen werden. Seine Aufgabe wird es sein, auf dem Schulgelände einen Gemüsegarten anzulegen und einen Hühnerstall zu bauen. Elzinda: „Die Kinder sollen lernen Gemüse anzubauen und Ernährung lernen.“ Die Ideen und Visionen gehen dem inspirierten Team nicht aus. Auch an Umsetzungskraft mangelt es nicht. Es besteht also kein Zweifel daran, dass hier eine couragierte und selbstbewusste junge Generation heranwächst, die mit ihren Fähigkeiten ein neues Südafrika mitestalten wird.

Text: Petra Mayer

Inspiriert von: WOSA #socialstories

#socialstories #wineforgood

Hintergrund (#socialstories): Diese Geschichten werden im Hinblick auf den #Mandela-Tag am 18. Juli von den südafrikanischen Weingütern und dem Exportverband Wines of South Africa mit der Öffentlichkeit geteilt. Im Gedenken an Mandela soll der soziale Einsatz für den Wandel Südafrikas in eine friedvolle Demokratie gefördert und gewürdigt werden