Südafrikas Weinexporte: Wertschöpfung hat Vorrang

Südafrikas Weinwirtschaft hat in den vergangenen 12 Monaten rund 3,45 Millionen Hektoliter exportiert (SAWIS, Juni 2018-Juli 2019). Nach Deutschland gingen die Mengen um 27 Prozent zurück. Die stärksten Mengenverluste haben die Fassweinerzeuger zu verbuchen. Hier liegt das Minus bei den Gesamtexporten bei 30 Prozent. Nach Deutschland, als stärkster Abnehmer von losen Weinen, wurde rund 27 Prozent weniger Menge verschifft.

Bei den Flaschenweinen lag der Exportrückgang bei 11 Prozent und Deutschland hat auch hier 23 Prozent weniger Flaschenweine vom Kap importiert. Die rückläufigen Mengen sind jedoch weniger die Folge einer geringeren Nachfrage, als drei geringe Weinernten in Folge. Sowohl 2017, 2018 als auch 2019 zählen laut Vinpro, Südafrikas Weinbauverband, zu den mengenmäßig schwächsten Ertragsjahren innerhalb der letzten 50 Jahre. Als Grund für die drastischen Mengeneinbußen wird auf die langanhaltende Dürre und die extremen Trockenphasen in vielen Weinregionen verwiesen.

Rico Basson, CEO Vinpro, blickt jedoch optimistischer in die Zukunft: „Die Dämme sind dank der starken Winterregen in 2019 gut gefüllt, die Wasserversorgung für den 2020er Jahrgang ist gesichert.“ Mit Blick auf die schwächelnde Rentabilität des südafrikanischen Weinsektors haben die Südafrikaner ihre Chance genutzt, die Verkaufspreise zu erhöhen. Basson: „Auch das hatte natürlich in manchen Preisklassen zum Rückgang von Absatzvolumen geführt. Aber wir müssen berücksichtigen, dass vielerorts südafrikanische Weine noch zu preisgünstig angeboten werden.

Wir können nicht nachhaltig wirtschaften, wenn es uns nicht gelingt unsere Wertschöpfung zu steigern. Gestiegene Produktionskosten, Steigerung des Mindestlohns und Währungsschwankungen haben den Druck auf die Weinerzeuger in den letzten Jahren kontinuierlich erhöht. Vielerorts wurden Weinberge gerodet und mit profitableren Kulturen ersetzt. Gleichzeitig engagieren sich die Winzer für die Steigerung der Wirtschaftlichkeit ihrer Weinberge, wie z. B. mit dem „Old Vine Project“. Mit dieser freiwilligen Initiative wollen die Winzer ihre alten Reben erhalten. Reben, die über 35 Jahre alt sind, haben nachweislich das Potenzial eine neue Qualitätsliga für unsere Weine zu öffnen,“ erläutert André Morgenthal, Manager des Projektes.

Ein Blick in die Statistik beweist, die Südafrikaner konnten im Vorjahr ihre Preise anheben, denn der Werteverlust liegt bei den Gesamtexporten lediglich bei Minus 4 Prozent. In Deutschland waren es Minus 13 Prozent. Im Bereich der Flaschenweinexporte ging der Exportwert lediglich um 10 Prozent in Deutschland und im Gesamtmarkt um 1 Prozent zurück.

Auch im Fassweinmarkt entwickelte sich der Wertverlust mit Minus 14 Prozent Gesamt und 16 Prozent in Deutschland moderater denn die Mengeneinbußen. Der Grund für die verbesserte Erlössituation sind die erhöhten Weinpreise: Im Gesamtmarkt erzielten die Südafrikaner ein Plus von 12 Prozent für ihre Weine (Rand/Liter). In Deutschland waren es 19 Prozent. Bei den Flaschenweinen Gesamt waren es plus 12 Prozent Gesamt und in Deutschland 15 Prozent.

Auch die Fassweinabnehmer mussten insgesamt Plus 23 Prozent mehr für einen Liter südafrikanischen Wein bezahlen. Für die deutschen Abfüller verteuerte sich der südafrikanische Wein um 15 Prozent. Mit Blick auf die steigenden Weinpreise erklärt sich auch warum im preissensiblen Weinmarkt, mit gesetzten Preisklassen, auch die Volumina teilweise drastisch eingebrochen sind. Basson: „Wir werden weiterhin bemüht sein und unser Bestes geben, die Preisgestaltung auf einem hohen Niveau zu stabilisieren und unseren internationalen Kunden, einen nachhaltigen Mehrwert und Freude mit unseren Erzeugnissen zu vermitteln.

Statistik: SAWIS, 08-2017– 07-2018 vs. 08-2018–07-2019

Weitere Informationen: Südafrika Weininformation