Seit 2023 heißt die staatliche Kontrollinstanz für südafrikanischen Wein Wine Certification Authority, kurz WCA. Wie sie entstanden ist und was ihre Siegel bedeuten, lesen Sie [hier]. Anfang 2025 folgte der nächste sichtbare Schritt: Das Siegel „Integrity & Sustainability“ hat ein neues Design und einen QR-Code bekommen.

Ein Scan statt Zahlen tippen

Bisher musste man die Nummer auf dem Siegel von Hand auf der Website der WCA eingeben. Jetzt genügt ein Scan mit dem Smartphone. Man sieht sofort, woher der Wein stammt, aus welchem Jahrgang er ist und welche Rebsorte in der Flasche steckt. Außerdem zeigt der Scan, ob der Wein nach den IPW-Richtlinien zertifiziert ist.

Das neue Siegel tragen neu zertifizierte Weine. Ältere Jahrgänge im Handel können noch das bisherige Siegel ohne QR-Code tragen. Die Nummer lässt sich dort weiterhin auf der Website prüfen. Für Händler, Sommeliers und Gastronomen ist das ein praktisches Werkzeug. Fragen zu Herkunft und Zertifizierung lassen sich direkt am Regal oder am Tisch beantworten.

Was hinter dem Siegel steht

Das Siegel „Integrity & Sustainability“ bestätigt zweierlei. Die Angaben zu Herkunft, Jahrgang und Rebsorte auf dem Etikett sind geprüft. Und der Wein stammt aus Betrieben, die am Programm Integrated Production of Wine (IPW) teilnehmen.

IPW arbeitet mit einem Punktesystem. Die Richtlinien betreffen unter anderem Pflanzenschutz, Boden und Düngung, Wasser, Abwasser und Abfall sowie den Schutz naturnaher Flächen. In der Kellerei kommen etwa Verpackung und Arbeitsschutz hinzu. Farmen müssen mindestens 70 % der möglichen Punkte erreichen, Kellereien und Abfüllbetriebe mindestens 65 %. Ob das gelingt, prüft ein externes Prüfunternehmen mindestens alle drei Jahre vor Ort.

Warum nicht jede Flasche das Siegel trägt

Wer im Supermarkt nach dem Siegel sucht, findet es nicht auf jedem südafrikanischen Wein. Das hat einen einfachen Grund: Für das Siegel „Integrity & Sustainability“ muss der Wein in einem IPW-zertifizierten Betrieb abgefüllt werden, also in Südafrika. Ein großer Teil des Weins wird jedoch im Tank exportiert und erst in Europa abgefüllt. Diese Flaschen tragen das Siegel nicht, auch wenn die Trauben aus IPW-Betrieben stammen.

Geprüft ist auch dieser Wein oft trotzdem. Soll er als Wein mit südafrikanischer Herkunft verkauft werden, wird er bereits in Südafrika fertig zusammengestellt. In Deutschland wird er dann nur noch abgefüllt. Herkunft, Rebsorte und Jahrgang darf er nur tragen, wenn er nach dem Wine-of-Origin-System zertifiziert ist.

Alles Wissenswerte auf einer Website

Auf wineauthority.org erklärt die WCA ausführlich, wie ihre Zertifizierungssysteme funktionieren. Dort finden sich auch die Herkunftsgebiete, die maßgeblichen Gesetze und die Siegelsuche. Für Fachleute in Exportmärkten wie Deutschland ist die Seite eine verlässliche Anlaufstelle. Wer Kundinnen und Kunden beraten will, findet dort die Fakten aus erster Hand. Besonders wertvoll für den Handel: Jede zertifizierte Flasche lässt sich über ihre Siegelnummer vom Weinberg bis zur Abfüllung zurückverfolgen.