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„Ich bin die Geschäftsführerin von Thokozani”, stellt sich Denise Stubbs vor. Man spürt sofort, dass dies nicht irgendein Titel ist, sondern Denise mit Energie und Engagement hinter einem der erfolgreichsten Projekte des Broad Based Black Economic Empowerment (BBBEE) steht, der breit angelegten Teilhabe der farbigen Arbeiter an der Wirtschaft, in ihrem Fall im Weinsektor. „Ich selbst bin auf einer Farm als Arbeiterkind aufgewachsen“, erzählt sie. „Später erhielt ich eine Ausbildung im Modebereich, nicht im Weinbusiness. Meine Eltern wollten nicht, dass ich mit Wein zu tun bekam, denn sie meinten, der sei nicht gut für mich. Was mich faszinierte, war, dass Menschen Freude an Wein hatten, dass sie beim Weintrinken zusammensaßen, Verschiedenes probierten, ohne betrunken zu werden.“   Denise kam vor elf Jahren auf das Gut Diemersfontein bei Wellington als sogenannter „Transformation-Offizier“. Und sie traf es bestens. Die Besitzer des Familienguts David und Susan Sonnenberg hatten während der Apartheid-Periode in England gelebt und waren Klinische Psychologen. „David kam mit einer sehr klaren Perspektive zurück“, so Denise. „Er sah nicht auf die Hautfarbe, er wollte nur transformieren. Das ist, denke ich, einer der Gründe, weil wir eine Erfolgsgeschichte wurden.“

Die Sonnenbergs warten bereit, dazu beizutragen, dass die Farmarbeiter ihr eigenes Projekt entwickeln konnten, denn für ihr eigenes Weingut hielten sie es für unabdingbar, ein verlässliches Team zu haben. Obwohl die Regierung auf BBBEE drängte und dafür erhebliche Mittel bereit stellte, sahen David und Denise kein Beispiel, das sie hätte inspirieren können. So gingen sie und mit ihnen die Arbeiter von Diemersfontein einen eigenen Weg. David verkaufte seinen Angestellten 4,2 Hektar Land zu einem Discount-Preis. Absichtlich schenkte er es ihnen nicht. Darauf entwickelte die Gemeinschaft ein Gästehaus und Ferien-Cottages mit 4-Sterne-Standard und gründete ihre eigene Weinmarke Thokozani.

Die Weine werden (noch) von Diemersfontein erzeugt, aber um die Vermarktung kümmern sich Denise und ihre Partner. „Wir wollen, dass in 20 Jahren alle entscheidenden Posten von Farbigen besetzt werden“, berichtet Denise. „So wählten wir elf Leute aus unserer Belegschaft aus, die breit waren zu lernen.“ Einer der farbigen jungen Männer arbeitet bereits im dritten Jahr unter Winemaker Francois Roode. Jason, noch vor ein paar Jahren ein wilder Bursche, ist heute ihr Gästehaus-Manager. „Was wir anders machten und da sind wir die einzige Firma in Südafrika: wir gaben Anteile an einzelne Individuen. Wir bildeten keinen Trust. Wir sagten: du kannst Miteigentümer in diesem Business werden, aber wenn du ein Glas Wein klaust, dann beklaust du dich selbst. Wir waren dabei knüppelhart. Wir begannen mit 30% Anteil im Business. Jetzt besitzen wir 80% und 20% hält David.“ Um aktiv teilzuhaben, wie er sagt. Die Zahl der Teilhaber ist inzwischen auf 85 von 115 Angestellten gestiegen.

“Der größte Fehler, den wir machten, war der Name Thokozani (was Freudenfest bedeutet)“, behauptet Denise. „Denn wenn man eine Weinmarke herausbringt, gibt man ihr keinen Xhosa- oder Zulu-Namen, denn BEE war immer mit schlechter Qualität verbunden.“ Dennoch ist die Marke Thokozani auf einigen Exportmärkten durchaus erfolgreich. In Südafrika bewarb sich die Gemeinschaft mit ihrer neuen Marke „Ovation“ als eine von 70 Kellereien bei der Woolworth, eine gehobene Supermarktkette in Südafrika. Und sie wurde aufgenommen. Der Ovation Sauvignon Blanc ist seither der drittmeistverkaufte Wein in den Woolworth-Märkten des Landes. “Also haben wir etwas richtig gemacht”, freut sich Denise. (A.D.)

Links:

Thokozani Winery

Diemersfontein Winery

Bezugsquellen in Deutschland:

Thokozani Weine

Südafrikanische Weine Online

Weinbaule

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